Petite balade aux enfers | D’après Orphée et Eurydice de Gluck

Orpheus ist schon lange auf Reisen, von der griechisch-lateinischen Antike über Monteverdi bis hin zu Offenbach (ganz zu schweigen von Jean Cocteau). Man hätte meinen können, er sei am Ende der Straße angekommen. Wir hätten uns geirrt: Weder er noch seine Eurydike lassen sich so schnell begraben! Valérie Lesort, eine Regisseurin mit einem verrückten Erfindungsreichtum, haucht dem Stück neues Leben ein, mit Hilfe einer schönen Gruppe von Sängern und Manipulatoren, die sich wie Pech und Schwefel verstehen, um hybride und witzig-sympathische Wesen zu schaffen. Diese Marionetten, deren winziger Körper einen menschlichen Kopf trägt, muss man gesehen haben, um es zu glauben, und wenn man sie gesehen hat, hat man sie sofort ins Herz geschlossen, zumal sie auch noch wunderbar singen können. Die Legende ist bekannt, aber für den Fall der Fälle und aus Respekt vor den Jüngsten beehrt uns Zeus selbst mit einem Auftritt, um den Prolog zu spielen und die unerlässlichen Informationen in Erinnerung zu rufen. Musikalisch gesehen ist der Film ein Genuss. Für die Bearbeitung von Glucks Oper (1762 uraufgeführt) zog Lesort das Talent von Marine Thoreau La Salle heran. Ihr Klavierauszug folgt Schritt für Schritt den Drangsalen des tapferen Dichters, der fest entschlossen ist, seine Geliebte aus dem Reich der Toten zu holen, nur mit seiner Leier auf der Schulter und dem Charme seiner Melodien als Waffen. Wird es ihm diesmal gelingen, sich nicht nach seiner Frau umzudrehen? Weniger als eine Stunde zu halten. Spannung... Den Zuschauern fällt es jedenfalls sehr schwer, die Augen von unseren Helden zu lassen. Aber wie kann man sich nicht von diesen urkomischen Höllen verführen lassen, deren Monster so bunt, unruhig und harmlos sind wie die Kreaturen der Muppet Show?

Art

  • Musik
  • Kunst und Spektakel
  • Marionetten
  • Oper

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