Kämpfen Sie mit dem Gewicht der Konventionen, Fuß für Fuß. Sich mano a mano der Härte der Straße stellen. Den Körper bearbeiten, um sich über sich selbst zu erheben. So entstand der Hip-Hop in den späten 60er Jahren. Und weil er immer noch in diesem Geist praktiziert wird, hat er nichts von seiner Durchsetzungskraft verloren. Doch wie bei jeder aufstrebenden Ausdrucksform wurde auch hier das Aufsprudeln der Formen mit der Zeit präziser und disziplinierter. Einige Künstler haben sich ihrer bemächtigt, sie mit anderen Stilen hybridisiert und sie zu neuen Horizonten geführt. Mourad Merzouki ist einer von ihnen. Er ist im Hip-Hop aufgewachsen und hat ihn seinerseits weiterentwickelt. Vertikal, mit dem K, das ein wenig sein Markenzeichen ist (und der Anfangsbuchstabe der Kompanie Käfig, die er gegründet hat), markiert eine neue Etappe seiner Suche. Das Projekt scheint von einem Traum verfolgt zu werden, der so alt ist wie der Tanz selbst: frei wie die Luft zu sein, leicht wie ein Hauch zu werden. Eine Utopie, die hier mithilfe von aus dem Zirkus entliehenen Techniken verwirklicht wird. Der Direktor des Centre chorégraphique national de Créteil et du Val-de-Marne stützte sich bei der Eroberung des vertikalen Tanzes durch seine Truppe auch auf einen Raum mit hohen Wänden, die mit Griffen und Geräten gespickt sind. In wunderschönes Licht getaucht und von der Originalmusik von Armand Amar getragen, heben die Darsteller ab, fliegen nach Belieben, spielen mit ihrem Gewicht wie virtuose Bergsteiger und eröffnen neue Wege zu anderen choreografischen Himmeln.
Produktion Centre chorégraphique national de Créteil et du Val-de-Marne / Compagnie Käfig
Art
- Tanz
- Kunst und Spektakel