¡ Viva ! | Manuel Liñán

Man kann sich ¡ Viva! ansehen und sich von der reinen Energie, die es ausstrahlt, tragen lassen. Man muss kein Spezialist sein, um davon erfasst zu werden: Der Zigeunertanz trägt in sich einen unmittelbaren Teil des Universellen. Die Eleganz und die Kraft der Komposition von Manuel Liñán (der in Frankreich noch wenig bekannt ist, in Spanien aber bereits als einer der neuen Meister des Genres gefeiert wird) rechtfertigen die Auszeichnung, die 2020 von einer Jury aus Kennern unter der Schirmherrschaft des Lehrstuhls für Flamencologie und Folkloristische Studien der Universität Jerez verliehen wurde, voll und ganz. Das bedeutet, dass ihre Kunst alle Kriterien für einen Flamenco erfüllt, der den strengsten Traditionen entspricht. Doch ¡ Viva! geht noch einen Schritt weiter. Ihr Ausruf, ihr "Vivat!" greift das Verb auf, das das andalusische Publikum in einem Begeisterungsschrei ausstößt, wenn der Abend intensiv wird, der Cante Jondo mehr als angemessen erklingt und die Tänzerin diese schwer fassbare Anmut berührt, dieses berühmte Duende, das jeder fühlt, ohne es beschreiben zu können (um es zu finden, sagte Lorca, "gibt es weder eine Landkarte noch eine Übung"). Aber ¡ Viva! ist nicht nur ein Verb, sondern auch ein Adjektiv, in der weiblichen Einzahl. Denn die ganze Aufführung ist eine Hommage an die bailaora, an den Lebensgeist, der sie über sich selbst hinausträgt. Und diese aufrichtige, uneingeschränkte Hommage wird hier von sieben männlichen Darstellern, darunter Liñán selbst, dargeboten, die von einem Duende besessen sind, der alles auf seinem Weg mitreißt, angefangen bei den Geschlechtergrenzen.

Art

  • Tanz

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